Die SHZ –Stiftung Homöopathie Zertifikat - www.homoeopathie-zertifikat.de

Die SHZ –Stiftung Homöopathie Zertifikat

Rückblick

Noch in den Anfängen der 80er-Jahre war es in Deutschland kaum möglich, sich für eine umfassende Homöopathie-Ausbildung bei einer Schule oder einem Lehrgang anzumelden. Es gab einfach kein umfassendes Angebot für die Ausbildung eines klassischen Homöopathen. Wer damals „Homöopath oder Homöopathin“ werden wollte, hat eigenständig die Quellen studiert und manchen  literarischen Umweg in Kauf genommen. Viele Homöopathie-Studenten haben bei erfahrenen Kollegen hospitiert und sich in eigener Initiative in Fachkreisen aus- und weitergebildet.
Bereits 10 Jahre später – die Nachfrage nach der klassischen Homöopathie und einer guten Ausbildung zum „Homöopathen“ war inzwischen kometenhaft angestiegen – waren bereits ein knappes Dutzend Anbieter zu finden, meist Fachgesellschaften und Vereine, die einen vollständigen Ausbildungslehrgang anboten. Schon bald wurde sowohl in den Ausbildungsinstituten, Vereinen, Fachgesellschaften, wie auch im neu gegründeten Verband klassischer Homöopathen Deutschlands, VKHD e.V., der Ruf nach einheitlichen Ausbildungskriterien oder Mindestanforderungen an Homöopathie-Lehrgänge laut. Erste unverbindliche Treffen und Gespräche zwischen Ausbildungsanbietern und dem VKHD ließen einen Konsens über die Entwicklung von Ausbildungsrichtlinien und Lernzielen erkennen. Die Teilnehmer dieser ersten bundesweiten Konferenzen einigten sich auf das Ziel, gemeinsam Ausbildungsrichtlinien und Lernziele zu erarbeiten. Damit war - man traf sich an zentralem Orte - die sogenannte „Frankfurter Qualitäts-Konferenz“ geboren.


Die Entstehung der SHZ

Die Entstehung der SHZ und ihr Konzept gründen auf diesen, seit 1998 stattfindenden „Frankfurter Qualitäts-Konferenzen“. Der Verband klassischer Homöopathen VKHD und der Bund klassischer Homöopathen BKHD hatten bundesweit Experten, Lehrkräfte, Schulleiter sowie homöopathische Fachgesellschaften unterschiedlicher homöopathischer Richtungen aus ganz Deutschland  eingeladen, um einen so weit wie irgend möglich reichenden fachlichen Konsens zu erarbeiten. In einer Vielzahl von Sitzungen gelang es diesen weiten Bogen zu spannen und den erreichten Konsens in Grundlagenpapieren zu Ausbildungsinhalten und Lernzielen zu verankern. Diese Ausbildungsinhalte und Lernziele beinhalten über viele homöopathischen Richtungen hinweg für unverzichtbar gehaltene Grundlagen; „Spezialitäten“ einzelner Richtungen dürfen darüber hinaus und in der Fortbildung ebenfalls ihren Platz haben. Rückblickend betrachtet, war dies ein Meilenstein und zugleich die Grundsteinlegung für eine wirksame Qualitätsförderung und -sicherung in der Homöopathie im deutschsprachigen Raum.

Die Umsetzung dieser Ziele erforderte aber auch eine verlässliche und den allgemeinen Anforderungen an Qualitätssicherung angepasste Rechtsform. Das Konstrukt einer Stiftung wurde von der Qualitätskonferenz nach langen Abklärungen als die beste Variante gewählt.
Die Stiftung Homöopathie-Zertifikat SHZ wurde am 1. November 2003 in München ins Leben gerufen. Als Stiftung ist die SHZ wirtschaftlich und strukturell von Anbietern und Einzelinteressen unabhängig und bietet damit die Voraussetzungen, auch Ausbildungsstätten akkreditieren zu können Sie wird staatlich streng überwacht und steht in der öffentlichen Reputation für Dauerhaftigkeit und Seriosität – dies sind elementare Voraussetzungen für die Anerkennung einer Qualitätssicherung.

Das wichtigste Satzungsziel der SHZ ist, das Qualitätsniveau in der homöopathischen Praxis zu fördern und zu sichern und damit Patienten den Zugang zu homöopathischer Behandlung in hoher Qualität zu ermöglichen. Durch die Rechtsform einer Stiftung war hinsichtlich des öffentlichen Interesses an einer Qualitätssicherung für klassische Homöopathie auch der Wunsch erfüllt, sowohl Ärzte als auch Heilpraktiker zertifizieren zu können. Selbstredend war die Unabhängigkeit der Zertifizierungsabläufe ein essentielles Kriterium, um als ernst zu nehmender Gesprächspartner für staatliche Instanzen, Patienten- und Selbsthilfe-Organisationen, Versicherungen und andere Leistungsträger Gehör zu finden.


Die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg der SHZ

Die Mehrheit der in den „Frankfurter Qualitätskonferenzen“ zusammengeschlossenen Schulen und Homöopathen sowie der VKHD verfolgten von Anfang an das Ziel, eine unabhängige Rechtsform des Zertifizierungsprozesses zu wählen, die sich frei von möglichem Einfluss von Ausbildungsanbietern bzw. Vereinigungen mit ihren legitimen Eigeninteressen etablieren und zudem auch Ausbildungsinstitute zertifizieren kann. Der ebenfalls in den Konferenzen mitarbeitende BKHD (Bund klassischer Homöopathen Deutschlands) – als Dachorganisation gemeinnütziger Fachgesellschaften und angegliederter Ausbildungsinstitute – konnte diesen Schritt nicht mittragen und gründete daraufhin den Zweckbetrieb des BKHD als zweite homöopathische Zertifizierungsinstanz in Deutschland.

Nach der Gründung der SHZ im November 2003 und der Anerkennung als gemeinnützige Stiftung im Juni 2004 hatte die Stiftung Ihren Sitz bis November 2008 in München. Da durch die Verlegung der Geschäftsstelle zum Jahresbeginn 2007 der geschäftliche Schwerpunkt in Ulm lag, wurde der Sitz zu diesem Zeitpunkt nach Ulm verlegt, sodass die SHZ nunmehr unter der Aufsicht des Regierungspräsidiums Tübingen und des Finanzamtes Ulm liegt.

Die Jahre 2004 bis 2006 waren geprägt vom Aufbau einer funktionierenden Organisationsstruktur und der Bewältigung der sintflutartig hereinbrechenden Zertifizierungsanträge im Rahmen der sogenannten „Übergangsregelung“, die am 31.12.2006 auslief. Zu diesem Zeitpunkt lagen der SHZ bereits 1.160 Bewerbungen vor!

In den Jahren 2007 und 2008 lag der Schwerpunkt der Arbeit der SHZ in der Fortentwicklung und Anpassung der bisherigen Qualitätskriterien, basierend auf den Erfahrungen der Anfangszeit. Weiterhin wurden Ethikrichtlinien erarbeitet und ein Angebot an hochwertigen Dozenten- und Supervisoren-Fortbildungen konzipiert.

Fünf Jahre nach der Gründung der SHZ sind

  • 667 Therapeuten zertifiziert
  • 414 Bewerber haben den Zertifizierungsprozess noch nicht abgeschlossen
  • 164 Dozenten und 135 Supervisoren verfügen über ein Zertifikat der SHZ und
  • 35 akkreditierte Ausbildungsinstitute unterrichten auf hohem Niveau nach den Richtlinien der SHZ.

Drei Säulen für ein Ziel: hohe Qualität

Das Zertifizierungskonzept der SHZ ruht auf drei Säulen:

  1. SHZ-zertifizierte Homöopathen
    Homöopathisch arbeitende Heilpraktiker und Ärzte können ihre Qualifizierung mit dem Zertifikat der Stiftung nachweisen. Zertifiziert werden nur Heilpraktiker und Ärzte, die nach den strengen Regeln der klassischen Homöopathie arbeiten, die die erforderlichen Kriterien erfüllen bzw. eine umfassende zentrale Zertifikats-Prüfung sowie eine dreijährige Supervisionszeit erfolgreich absolviert haben. Neben diesen Grundvoraussetzungen verpflichten sie sich zu regelmäßigen Fortbildungen auf homöopathischem und schulmedizinischem Gebiet, die alle zwei Jahre nachgewiesen werden müssen.
  2. SHZ-zertifizierte Dozenten und Supervisoren
    Die Basis für die Qualität eines homöopathischen Therapeuten wird bereits in der Ausbildung geschaffen. Deshalb legt die SHZ ein besonderes Gewicht auf die Qualität der Dozenten und Supervisoren, die das homöopathische Wissen und die therapeutischen Fähigkeiten vermitteln. Dozenten und Supervisoren haben besondere Voraussetzungen zu erfüllen und verpflichten sich über die für Therapeuten geltende Fortbildungspflicht hinaus zu regelmäßigen spezifischen Fortbildungen. Die SHZ unterstützt dies durch entsprechend hochwertige Fortbildungsangebote im Bereich Supervision, Methodik, Pädagogik und Didaktik.
  3. SHZ-akkreditierte Ausbildungsinstitute
    Die Akkreditierung von Ausbildungsinstituten stellt die dritte wichtige Säule des Qualitätskonzepts dar. Die Ausbildungsinstitute verfügen dabei innerhalb eines festgelegten Rahmens – den Ausbildungsinhalten und Lernzeilen – über individuelle Gestaltungsspielräume. Die SHZ versteht sich als Partner der Ausbildungsinstitute und unterstützt sie mit Hilfsmitteln für die Ausbildung, z.B. in Form von „Lernhilfen“ für das Studium der Materia Medica, und für die Prüfungsvorbereitung durch das im Juli 2009 erschienene Buch „Prüfungstrainer Homöopathie“.

Mit diesem 3-Säulen-Konzept wendet die SHZ Qualitätskriterien für alle Aspekte der homöopathischen Aus- und Weiterbildung an – absolut einmalig in der deutschen Homöopathielandschaft.


Leuchtturmfunktion für Patienten

Die Zertifizierung von Therapeuten bietet vor allem auch unseren Patienten die Chance, qualifizierte Homöopathen gezielter zu finden. Statt sich im Dschungel unterschiedlichster Angebote zu verirren, können sich nun darauf verlassen, in der Therapeutenliste der SHZ Homöopathen zu finden, die nach klar definierten Qualitätsstandards ausgebildet wurden, die ihre Kenntnisse einer Prüfung unterzogen haben, sich fortlaufend fortbilden – und tatsächlich klassisch homöopathisch arbeiten.

Der Anspruch an zertifizierte Homöopathen ist hoch, reiht sich aber in eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ein, in der Weiterbildung und persönliche Entwicklung als lebenslanger Prozess betrachtet werden, vor allem im Umgang mit Menschen und dem Bemühen, ihnen zu helfen und sie zu heilen. Die SHZ hat sich daher zur Aufgabe gemacht, qualifizierte Homöopathie durch ein dynamisches Konzept zu etablieren und transparent zu dokumentieren.

Jede Kollegin und jeder Kollege, welche sich den Anforderungen des Zertifikats der SHZ und damit transparenten Qualitätskriterien und der „guten Praxis“ als professionelle Homöopathin oder Homöopath stellen möchte, muss dafür eine beachtliche Leistung erbringen und zeigt damit gleichzeitig seinen Patientinnen und Patienten, wofür er oder sie steht: Für die Erfüllung nachvollziehbarer Qualitätskriterien und für die Bereitschaft, sich als professionelle Homöopathin oder Homöopath zu zeigen.

Email: office@homoeopathie-zertifikat.de, web: www.homoeopathie-zertifikat.de