Die Stiftung für Qualität in der homöopathischen Therapie (SQhT) steht für Verlässlichkeit, Transparenz und fachlich fundierte Standards in Praxis und Ausbildung. Unser Anliegen ist es, Qualität sichtbar und nachvollziehbar zu machen – im Sinne von Patientensicherheit, Professionalität und kollegialer Verantwortung.

Auszeichnungen, die unserer Arbeit zuteilwerden, verstehen wir nicht als persönlichen oder institutionellen Erfolg im engeren Sinn. Sie würdigen ein gemeinsames Engagement: das vieler Therapeut*innen, Dozent*innen, Supervisor*innen, Ausbilder*innen, der Mitarbeitenden der SQhT sowie aller, die sich für verbindliche Qualitätskriterien und eine sorgfältige Weiterentwicklung der Homöopathie einsetzen.

Öffentliche Anerkennung verstehen wir daher vor allem als Bestätigung dieses Weges – und zugleich als Auftrag, ihn verantwortungsvoll und mit Weitblick weiterzugehen.


Verleihung der Clemens-von-Bönninghausen-Medaille

Der Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH) hat der Stiftung für Qualität in der homöopathischen Therapie (SQhT) die Clemens-von-Bönninghausen-Medaille verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt der BDH herausragende Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der Naturheilkunde.

Die Ehrung gilt der langjährigen, kontinuierlichen und fachlich fundierten Arbeit der beteiligten Organisationen – der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) und der Qualitätskonferenz des Bund klassischer Homöopathen Deutschlands (QBKHD), die maßgeblich zur Qualitätssicherung und strukturellen Weiterentwicklung der Homöopathie beigetragen haben.

Wir verstehen diese Auszeichnung als Anerkennung eines Weges, der von vielen engagierten Menschen über Jahre hinweg getragen und mitgestaltet wurde.

Laudatio von Ralf Dissemond im Rahmen der Verleihung der Clemens von Bönninghausen Medaille an die SQhT während des 31.Naturheilkundetages des Bund deutscher Heilpraktiker (BDH) in Dortmund am 28.02.2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste des Naturheilkundetages! 

Mit großer Freude darf ich heute die Laudatio zur Verleihung der Clemens-von-Bönninghausen-Medaille an die Stiftung für Qualität in der homöopathischen Therapie halten. Ich verwende hier bewusst den vollständigen Namen der Stiftung, die im vergangenen Jahr aus dem Zusammenschluss der beiden bisherigen Zertifizierungsstellen, Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) und Qualitätskonferenz des Bunds klassischer Homöopathen Deutschlands (QBKHD) hervorgegangen ist, und damit etwas Außergewöhnliches erreicht hat, die Bündelung von Qualitätskriterien in einer Organisation.

Zur Historie

Der Weg zu dieser Stiftung, die wir seit dem 01.01.2026 unter dem Namen SQhT erleben, begann 1998 mit den „Frankfurter Qualitätskonferenzen“, die seinerzeit von BKHD und dem Verband klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD) ins Leben gerufen wurden. 2003 gingen daraus zwei eigenständige Organisationen hervor, nämlich die SHZ und die QBKHD. Beide Organisationen verfolgten über viele Jahre ähnliche Ziele im Bereich der Qualitätssicherung in der Homöopathie.

Ab 2020 gab es einen Austausch zum Thema Fortbildungsverpflichtungen während der Coranazeit, und ab 2024 über gemeinsame Standards und die Möglichkeit einer engeren Zusammenarbeit. Ein gemeinsames Projekt war ab 2022 die Berufung einer Patientenfürsprecherin, und die gemeinsam abgestimmten Ethikrichtlinien.  

2024 wurde dann in beiden Organisationen die Grundsatzentscheidung der Möglichkeit eines Zusammenschlusses getroffen. 2024 – 2025 fand ein Abgleich und die Harmonisierung der Qualitätskriterien statt. 2025 wurden die Satzungsänderungen durchgeführt, und die rechtliche und organisatorische Umsetzung des Zusammenschlusses vollzogen.

Die Gremien der neu entstandenen Stiftung – Vorstand, Stiftungsrat und Qualitätskonferenz ¬– setzen sich heute aus Mitgliedern beider Organisationen zusammen.

Die SHZ war, und die SQhT ist heute, auch in Europa, in ihrer Form als unabhängige Stiftung einzigartig. Die Kombination von akkreditierter Ausbildung, und gleichzeitiger Zertifizierung der Unterrichtenden, ist in der Qualitätssicherung im Rahmen der Homöopathie ein Alleinstellungsmerkmal, und gewährleitest einen besonders hohen Qualitätsstandard. Das Knowhow der SHZ wurde mehrfach, auch für die Entwicklung von Qualitätskriterien in unserem europäischen Dachverband ECCH, angefragt.

Die SQhT hat mit ihrem Engagement maßgeblich zur Bildung eines Qualitätsbewusstseins bei Kolleginnen und Kollegen beigetragen. Das zeigt sich aktuell mit rund 630 zertifizierten Therapeutinnen und Therapeuten auf der SQhT-Website. Qualität zahlt sich nicht gleich in barer Münze aus, sondern demonstriert Selbstbewusstsein und ein Gespür für politische Entwicklungen.

Die Stiftung

Die Organe der Stiftung sind der Vorstand, der Stiftungsrat und die Qualitätskonferenz, wobei letztere mit bis zu 25 Mitgliedern besetzt sein kann. Die Qualitätskonferenz ist das Herzstück der Stiftung, wenn es, wie der Name schon sagt, um die Qualität geht. Sie entwickelt beispielsweise Qualitätskriterien, die Lehrpläne und Ausbildungsinhalte für Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen und berät die anderen Stiftungsorgane.

Der Vorstand, zurzeit Marion Kampmann und Andrea Bleichner, ist für die Geschäftsführung und die Umsetzung der Beschlüsse des Stiftungsrates und der Qualitätskonferenz verantwortlich, und berät diese beiden Gremien auch. 

Der Stiftungsrat, bestehend aus derzeit 7 Mitgliedern, überwacht die Einhaltung des Stiftungszweckes, entscheidet über Satzungsänderungen, entlastet den Vorstand, wacht über die Finanzen und beaufsichtigt Vorstand und Qualitätskonferenz. Damit hat die SQhT eine herausragende Position, wenn es um die Transparenz, Entwicklung, Umsetzung und Weiterentwicklung von Qualitätskriterien in der Homöopathie geht. Eine Position, die mittlerweile auch von ärztlichen Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen und geschätzt wird.

Die Zertifizierung

Der Weg zur Zertifizierung führt für Kolleginnen und Kollegen, die neu in die Homöopathie einsteigen, über die Ausbildung in einem akkreditierten Ausbildungsgang mit anschließender Prüfung, die aus mehreren Teilen besteht. Daran schließt sie eine mehrjährige Supervision durch SQhT-zertifizierte Supervisorinnen / Supervisoren an.

In der SHZ machten sich die Aktiven auch Gedanken, wie bereits erfahrene Kolleginnen und Kollegen, für eine Zertifizierung zu motivieren wären. Eine Prüfung war nicht der geeignete Weg, und so entschied man sich für die sogenannte Übergangslösung. Hier können die Interessierten, statt eine Prüfung abzulegen, Fälle einreichen, die dann von den Prüferinnen und Prüfern der SQhT begutachtet werden. Die sogenannte Übergangsregelung wird nach dem Zusammenschluss noch bis 31.12.2027 fortgesetzt und läuft dann aus. Wer also noch eine Zertifizierung auf diesem Weg anstrebt, sollte nicht mehr lange warten!

Die Menschen in de SQhT

Jede Organisation ist so lebendig und kreativ wie die Menschen, von denen sie getragen wird. Ich selbst bin seit 2008 zertifiziert, und erlebe die SQHT-Aktiven beim Thema Qualität als ausgesprochen engagiert, anspruchsvoll, umsichtig und akribisch. Dabei spielt es keine Rolle ob es um die Ausbildung, oder die Zertifizierung von Dozentinnen und Dozenten, oder Supervisorinnen und Supervisoren geht. Es wird um jeden Millimeter Qualität gerungen, und jede Entscheidung wird von allen Seiten intensiv angeschaut. Ganz so wie es Clemens von Bönninghausen, nach dem die Auszeichnung benannt ist, sicherlich auch gewollt hätte.

Bei allem ernsthaften Einsatz für die Sache, herrscht im Team der SQHT ein freundliches, respektvolles und wertschätzendes Miteinander, und auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Nach mehr als 20 Jahren Einsatz in der homöopathischen Aus- und Weiterbildung, sowie in der Sicherung und Entwicklung von Qualitätsrichtlinien für die Unterrichtenden und Supervidierenden, ist die SQhT eine Institution, die in der Homöopathie-Landschaft nicht mehr wegzudenken ist.  Sie dient, auch auf europäischer Ebene, anderen Qualitätsinitiativen als Vorbild für die Entwicklung der eigenen Kriterien.

Seitens des VKHD wünsche ich der SQhT weiterhin den Weitblick, die Kraft, den Idealismus und die Menschen mit scharfem Verstand und dem Herzen am rechten Fleck, um diese wertvolle Arbeit fortzuführen. In Zukunft wird der Qualität, auch mit Blick auf europäische und internationale Entwicklungen, eine noch größere Bedeutung zukommen.

Ralf Dissemond, Vorsitzender VKHD